Wann bedarf eine Kündigung der Schriftform?

Die Kündigung von Arbeitsverträgen bedarf zwingend der Schriftform (§ 623 BGB). Schriftform bedeutet, dass das Schriftstück, mit dem die Kündigung erklärt wird, vom Aussteller eigenhändig unterschrieben ist. Die Schriftform gilt sowohl für die Kündigung durch den Arbeitnehmer, als auch für die Kündigung seitens des Arbeitnehmers.
Eine Kündigung, die etwa während eines Streits, mündlich ausgesprochen wird, ist nichtig.
Das Formerfordernis dient dem Schutz vor übereilten Entscheidungen. Unter Umständen kann es nämlich passieren, dass in einem unbedachten Moment „im Eifer des Gefechts“ eine Aussage getätigt wird, die derjenige hinterher, nachdem er sich wieder beruhigt hat, bereut. Nur ausnahmsweise, in ganz speziellen Konstellationen kann es im Einzelfall rechtsmissbräuchlich sein, sich auf die Formunwirksamkeit zu berufen. So hat das Landesarbeitsgericht Rheinland-Pfalz mit Urteil vom 08.02.2012 entschieden, dass die mündlich ausgesprochene fristlose Kündigung einer Arbeitnehmerin das Arbeitsverhältnis trotz des Formverstoßes beendet hat, da sie mehrfach erklärt habe, sie kündige fristlos. Auf Bitten der Arbeitgeberin, im Hinblick auf die bevorstehenden Feiertage wenigstens eine Kündigungsfrist einzuhalten, habe sie geantwortet, „Das ist mir scheißegal.“ Bei dieser Sachlage, so das Gericht, sei es der Klägerin nach Treu und Glauben verwehrt, sich auf die Nichteinhaltung der Schriftform zu berufen. Das Arbeitsverhältnis sei durch die telefonische Kündigung beendet worden.
Ist die Kündigung schriftlich verfasst und von der kündigenden Person eigenhändig unterschrieben, muss diese dem Empfänger auch zugehen, damit er diese zur Kenntnis nehmen kann. Dies kann entweder durch persönliche Übergabe erfolgen, wobei man sich aus Beweisgründen am besten den Empfang der Kündigung durch Unterschrift bestätigen lassen sollte, oder durch Übersendung per Post (Einwurfeinschreiben) oder Überbringung durch einen Boten.
Mit dem Zugang der Kündigung wird diese automatisch wirksam, egal ob der Empfänger diese für berechtigt hält oder nicht.
Will sich der Empfänger dagegen wehren und verhindern, dass die Kündigung wirksam wird, muss er innerhalb von 3 Wochen, nachdem er die Kündigung erhalten hat, Klage beim zuständigen Arbeitsgericht erheben. Zuständig ist das am Arbeitsort ansässige Gericht.

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